Wenn du viel sitzt, vielleicht einen fordernden Job hast und dein unterer Rücken sich immer wieder meldet, kennst du diesen Gedanken vermutlich gut:
„Ich mache doch schon so viel – warum wird es nicht besser?“

Viele meiner Teilnehmerinnen erzählen mir, dass sie trainieren, dehnen, zur Physiotherapie gehen, bei Orthopäd:innen waren – und trotzdem bleiben die Schmerzen. Oft entsteht dann der Eindruck, mit dem eigenen Rücken stimme etwas nicht. Er sei „instabil“, „verschlissen“ oder nicht mehr belastbar.

Die gute Nachricht vorweg:
Dein Rücken ist nicht kaputt – Veränderung ist möglich.

Rückenschmerzen: Warum Befunde nicht die ganze Wahrheit erzählen

Bei Schmerzen im unteren Rücken richtet sich der Blick schnell auf strukturelle Erklärungen: Bandscheiben, Abnutzung, Fehlhaltungen. Bildgebende Diagnostik kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein – sie erklärt das individuelle Schmerzerleben jedoch nur unzureichend.

Studien zeigen:
Viele Menschen haben Veränderungen an Bandscheiben oder Wirbelgelenken und sind völlig schmerzfrei. Gleichzeitig können starke Schmerzen bestehen, ohne dass ein eindeutiger struktureller Auslöser gefunden wird.

Schmerz ist deshalb nicht gleichzusetzen mit Gewebeschaden.
Er entsteht im Nervensystem – als Schutzreaktion.

Stress, Nervensystem und Schutzspannung – der übersehene Faktor

Gerade bei vielsitzenden Büroangestellten spielt Stress eine zentrale Rolle. Dauerhafter Zeitdruck, hohe Verantwortung, wenig echte Pausen – all das versetzt den Körper in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft.

Das Nervensystem ist dann im „Anspannungsmodus“:

  • Muskeln bleiben dauerhaft aktiviert

  • die Atmung wird flacher

  • Regeneration tritt in den Hintergrund

Für den unteren Rücken bedeutet das häufig chronische Schutzspannung. Bewegungen werden vorsichtiger oder ganz vermieden – nicht weil sie objektiv gefährlich wären, sondern weil das Nervensystem sie als unsicher einstuft. Die Angst, dem Rücken zu schaden, verstärkt diesen Kreislauf zusätzlich.

Warum Training allein oft nicht ausreicht

Viele Menschen mit Rückenschmerzen sind nicht „zu bequem“ oder „zu schwach“. Im Gegenteil: Sie tun oft sehr viel – trainieren regelmäßig, machen Übungen, holen sich Hilfe.

Das Problem ist selten zu wenig Bewegung, sondern fehlende Regulation und falsche Dosierung.

Weder dauerhafte Schonung noch „Augen zu und durch“-Training bringen uns langfristig weiter. Hilfreich ist Bewegung dann, wenn sie:

  • sicher erlebt wird

  • schmerzfrei ist

  • dosiert erfolgt

  • Vertrauen statt Druck aufbaut

Nicht die perfekte Übung ist entscheidend, sondern die Qualität der Erfahrung:
Fühlt sich Bewegung kontrollierbar, unterstützend und machbar an?

Was Yogatherapie hier anders macht

Yogatherapie versteht den Körper nicht als defektes System, das repariert werden muss. Sie setzt dort an, wo viele andere Ansätze aufhören: beim Nervensystem.

Im Mittelpunkt stehen:

  • Sicherheit statt Leistungsdruck

  • Wahrnehmung statt Korrektur

  • dosierte Bewegung statt Überforderung

  • Selbstwirksamkeit statt Abhängigkeit

Wenn Menschen erleben, dass sie selbst Einfluss auf ihr Befinden nehmen können, verändert sich ihre Beziehung zum Schmerz grundlegend. Der Rücken wird nicht länger als Problemzone erlebt, sondern wieder als Teil eines lebendigen, anpassungsfähigen Körpers.

Ein persönlicher Satz zum Schluss

Auch ich habe lange nicht verstanden, warum Training, Therapien und medizinische Abklärung allein keine nachhaltige Veränderung gebracht haben. Erst das Verständnis für Stress, Nervensystem und Regulation hat mir einen neuen Zugang eröffnet – und letztlich den Weg in die Yogatherapie.

Wenn du das nicht nur lesen, sondern spüren willst

Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt:
Du verstehst vieles – aber dein Körper braucht etwas anderes als noch mehr Erklärungen.

👉 Im Juni 2026 biete ich zwei Formate speziell für den Rücken an:

  • Rücken-Workshop
    Ein kompakter Nachmittag, an dem wir Zusammenhänge verstehen und direkt körperlich erfahrbar machen.

  • Yoga für den Rücken (mehrwöchiger Kurs)
    Sanfte, strukturierte Begleitung für Menschen, die viel sitzen und ihrem Rücken nachhaltig etwas Gutes tun wollen – ohne Leistungsdruck.

Wenn dich das interessiert, melde dich für meinen Newsletter an und verpasse keine Infos.

Und wenn du Fragen hast oder unsicher bist, ob das für dich passt:
Hör auf dein Gefühl. Dein Rücken darf ein Verbündeter werden – Schritt für Schritt.